Asien Kreuzfahrt

Im Oktober 2014 machen wir uns mit dem A380 auf den Weg nach Peking und landen bei Sonnenschein und wolkenlosen Himmel, von Smog keine Spur und auch die folgenden  Tage bleiben unsere extra angeschafften Atemschutzmasken im Koffer. In Kombination mit der Kreuzfahrt haben wir ein 4-tägiges Vorprogramm gebucht mit Übernachtung im Marriott Hotel City Wall. Für die Ausflüge werden wir direkt eingeteilt, wir sind die Gruppe K1 und jeder bekommt Kopfhörer und einen Empfänger, mit einer Direktverbindung zu unserem Reiseleiter, den wir inmitten von gefühlten 1. Mio. Chinesen zwar nie wirklich sehen – aber immer hören können. In der Gruppe spielt sich schnell ein „Hi K1“ ein und wir fühlen uns ein wenig wie Agenten auf einer Mission. So lernen wir  viele Mitreisende aus verschiedenen Ländern wie England, Australien und Neuseeland kennen und haben viel Spass zusammen.

Der erste Tag beginnt mit dem Platz des himmlischen Friedens und da Anfang Oktober der Nationalfeiertag in China ist und fast alle Chinesen in dieser Woche Urlaub machen, haben scheinbar auch alle das gleiche Ziel, der Platz ist sehr imposant, aber aufgrund der Menschenmengen kaum begehbar und wir sind froh, wieder im richtigen Bus zu sitzen.

Verbotene Stadt

Verbotene Stadt

Unser nächstes Ziel ist die verbotene Stadt, wo sich die Menschenmengen etwas besser verteilen. Wir wandeln staunend durch die verschachtelten Gänge mit immer wieder neuen Palästen und Innenhöfen, auf den Dächern sind viele geschnitzte Holzfiguren zu sehen und vor den Gebäuden stehen imposante Drachen aus Stein, kaum zu glauben, dass diese Pracht nur für den Kaiser und seine Bediensteten zugänglich war.

Night Market

Night Market

Abends steht ein Restaurantbesuch auf dem Plan, die Drehscheibe auf dem Tisch bietet chinesische Spezialitäten an und für meinen Mann ist das Essen schnell vorbei, den in seinem Gericht befindet sich ein Stück Hühnerbein samt Ring. In der Nähe des Restaurants befindet sich der Dong Hua Men Night Market, wo alle erdenklichen Tiere auf Spießen gegrillt oder roh gegessen werden können,  interessant anzusehen. Nebenbei bemerkt haben wir während der Zeit in Peking jeder 3 Kilo abgenommen 😉

Chinesische Mauer

Chinesische Mauer

Ein Highlight dieser Reise ist die Chinesische Mauer, die wir nach ca. 2 Stunden Fahrt in Badaling erreichen. Wir entscheiden uns für den linken Aufstieg, dieser ist zwar viel steiler, aber man kann die Mauer trotz der Menschenmassen sehen 🙂 Wir wandern eine Stunde, genießen den unwirklichen Ausblick mit Ehrfurcht und können uns kaum vorstellen, mit wieviel Mühe dieses Bauwerk entstanden ist, die Wanderung ist sehr anstrengend, die Stufen sind an manchen Stellen fast senkrecht und das Geländer an der Seite ist sehr weit unten angebracht, so dass man sich nur vorgebeugt festhalten kann, keine europäischen Maße…… aber die unvergesslichen Abenteuer haben eben ihren Preis.

Auf dem Rückweg nach Peking machen wir noch am Sommerpalast halt, wo wir mit einem Drachenboot fahren und die kaiserlichen Gärten bewundern. Die Rikscha Fahrt darf natürlich nicht fehlen und so werden wir durch die Gassen von Hutong gefahren, wo wir zum Tee bei einer chinesischen Familie mit Hausbesichtigung eingeladen sind. Mehr kann ein Tag kaum bieten, aber wir sind abends im Hotel so hungrig, dass wir noch zu Fuß zum Grand Hyatt Hotel gehen, wo es die besten Dim Sum geben soll. Die Beschreibungen in der Speisekarte – was den Inhalt der Dim Sum angeht – sind sehr vage und so probieren wir uns vorsichtig durch, alle waren super lecker. Ein Glück haben wir eine Visitenkarte unseres Hotels auf Chinesisch, denn unser Taxifahrer spricht kein Wort englisch.

Himmelspalast

Himmelspalast

Heute geht es weiter zum Himmelspalast, der nur für die Gebete des Kaisers gebaut wurde. Der Palast liegt inmitten einer riesigen Gartenanlage, wo die Bewohner von Peking mit den Kindern Tischtennis – ohne Tisch – spielen, meditieren und QiGong Übungen machen, alles sehr entspannt und friedlich anzusehen. Für Mittags ist ein Peking-Enten-Essen im größten Restaurant von Peking eingeplant und wir werden in die Geheimnisse der Zubereitung und richtigen Verkostung eingeweiht.

Um für die 1,5 stündige Fahrt zum Hafen von Tianjin gut gerüstet zu sein, ist der Toilettenbesuch unumgänglich, aber ein Schreck für alle Frauen, die WCs sind Löcher im Boden und so stehen ca. 50 Frauen nun vor dem einzigen Behinderten WC mit normaler Bestuhlung 🙂

Die Sapphire Princess ist eine alte Bekannte und bietet die Möglichkeit in der Self Laundry für wenig Geld unsere Klamotten zu waschen, bei längeren Reisen einfach super. Kaum an Bord angekommen, gibt es die Durchsage vom Kapitän – unsere Route hat sich aufgrund eines Taifuns verändert, Japan und Shanghai entfallen, als Ersatz kommt Taiwan dazu. Diese Nachricht trübt die Stimmung, wir wollten uns mit Freunden in Shanghai treffen und auch für Nagasaki hatten wir schon Pläne gemacht, aber Sicherheit geht natürlich vor und Taiwan erweist sich als toller und interessanter Stop.

Haedong-Yonggungsa Tempel, Busan

Haedong-Yonggungsa Tempel, Busan

Nach einem entspannten Seetag legen wir in Busan/Korea an und machen eine Stadtrundfahrt durch den modernen und gepflegten Teil der Stadt mit vielen Wolkenkratzern und westlichem Flair. Der Haedong-Yonggungsa Tempel liegt direkt am Meer und ist über viele Stufen mit toller Aussicht erreichbar. Es gibt auf dem gesamten Gelände unzählige Buddhas  in verschiedenen Größen und fantastische Steinfiguren.

Tian Tan Buddha Lantau/Hongkong

Tian Tan Buddha
Lantau/Hongkong

Nächster Hafen ist Hongkong, wo uns ein Shuttle Bus zur nächsten MTR Station bringt. U-Bahn fahren in Hongkong ist ganz einfach, alle Stationen haben auch die englische Bezeichnung und das Ein/Aus- und Umsteigen klappt trotz der vielen Menschen sehr geordnet. Erste Station ist die Tsim Sha Tsui Promenade, von der man einen schönen Blick auf die Skyline hat. Mittags essen wir in einem Restaurant, wo die Gerichte abgebildet sind, so können wir böse Überraschungen vermeiden. Als sich ein Paar am Nebentisch jedoch Hühnerbeine mit Krallen bestellt und diese laut abknabbert und die Knochen in großem Bogen auf einen Teller spuckt, verspüren wir keine Appetit mehr.

Da die U-Bahn Fahrt so gut geklappt hat, entscheiden wir uns nachmittags spontan noch zu einem Ausflug nach Lantau zum Buddha. Fahrzeit ca. 1 Stunde mit 2 Linienwechseln, dann ist die Endstation an der Seilbahn Ngong Ping 360 erreicht.  Wir nehmen die Chrystal Cabin mit Glasboden und gleiten so den Berg hoch und runter mit Blick auf den großen Flughafen und endlich taucht der riesige Buddha in der Ferne auf. Oben angekommen, erklimmen wir die vielen Stufen und können den Buddha mit seinem friedlichen Gesichtsausdruck hautnah bewundern. Die späte Uhrzeit hat zum Einem den Vorteil, dass wir so ziemlich alleine dort waren und die Atmosphäre in Ruhe auf uns wirken lassen konnten und zum Anderen ging die Gondel im Sonnenuntergang zurück.

Das Schiff bleibt über Nacht in Hongkong und am nächsten Morgen fahren wir mit der Tram auf den Victoria Peak mit Aussicht auf die Wolkenkratzer von Hongkong, die von hier oben irgendwie sehr klein wirken. Danach ist erstmal 2 Tage ausruhen angesagt, denn der Schrittzähler im Handy zeigt uns 22.000 Schritte für die Zeit in Hongkong an.

Taipeh 101

Taipeh 101

Der erste Hafen in Taiwan ist Keelung, von dort geht es ca. 1,5 h mit den Bus nach Taipeh. Schon von Weitem sehen wir den riesigen Wolkenkratzer mit seinen 101 Stockwerken und einer Höhe von 508 Metern, welcher auf Platz 5 der Liste der höchsten Gebäude der Welt rangiert. Von unten auf die Spitze schauend geht der Blick ist Endlose und ein Foto ist schwierig, da sich der Kopf nicht weiter nach hinten biegen lässt. Um das Gebäude fegt ein starker Wind und so fahren wir sehr schnell mit dem Aufzug nach oben auf die Plattform und genießen die Aussicht in einer Höhe, wo in Deutschland kleine Flugzeuge ihre Kreise ziehen würden. In dem Gebäude befinden sich viele Geschäfte und Restaurants, wir entscheiden uns für eine echt englische Teatime mit Scones, Sandwiches und natürlich viel Tee.

Fo Guang Shan Buddha Memorial Center

Fo Guang Shan Buddha Memorial Center

Nächster Stop ist der Hafen Kaohsiung, wo das Buddha Memorial Center auf dem Plan steht, schon im Eingangsbereich erwarten uns große Steinfiguren und der Blick auf den Buddha und die vielen Pagoden ist sehr beeindruckend. Eine wunderschöne und interessante Tempelanlage, die man nicht verpassen sollte. Direkt im Memorial Center befindet sich das vegetarische Restaurant Hi-Lai, wo der unvermeidliche Drehtisch gefüllt mit vielen Gerichten auf uns wartet. Wir haben zwar keine Ahnung, was sich in den Schüsseln befindet aber da ja alles vegetarisch sein sollte, habe ich mich zum Glück getraut und die leckersten Sachen der ganzen Reise gegessen, ein Gaumenerlebnis, was auch immer es war 🙂

Fo Guong Shan Kloster

Fo Guong Shan Kloster

Das Fo Guong Shan Kloster ist das größte buddhistische Kloster in Taiwan und wird von Mönchen und Nonnen geführt, die sich unter Anderem um die Ausbildung und soziale Dienste kümmern. In den schön angelegten Gärten gibt es mehrere Tempel, tolle Steinfiguren und den Weg der tausend Buddhas, der zur 36m hohen Statue des Amitabha Buddhas führt. Ein wunderschöner friedvoller Ort, der einem eine innere Ruhe vermittelt.

Dragon Tiger Tower

Dragon Tiger Tower

Der Tower besteht – wie der Name schon sagt – aus 2 Pagoden vor denen ein Drache und ein Tiger liegen, es soll Glück bringen, wenn man durch in das Maul des Drachen geht und beim Tiger wieder raus kommt, gesagt -getan. Dieser Tag in Kaohsiung bietet wirklich viel und so sitzen wir abends erschöpft, aber völlig beeindruckt auf dem Schiff und genießen ein chinesisches Fondue, wo das Gemüse, Fisch und Nudeln mit kleinen Körbchen in Gemüsebrühe eingetaucht werden.

Notre Dame Basilica

Notre Dame Basilica

Der nächste Hafen liegt in Vietnam und wir fahren 2 Stunden mit dem Bus nach Ho Chi Minh City – ehemals Saigon. Unser vietnamesischer Reiseleiter hat ein Basecap mit dem Aufdruck United States of America auf und wir lernen, dass man in Vietnam nicht so wirklich über den Krieg sprechen darf, aber amerikanische Dinge durchaus ok sind. Unterwegs sehen wir unzählige Motorroller und der Verkehr auf den Straßen gestaltet sich abenteuerlich. Wir erkunden die Stadt und ihre Bauwerke zu Fuß und erholen uns dann von der Wärme mit hoher Luftfeuchtigkeit auf der Dachterrasse des bekannten Hotel Rex, wo wir bei einem Cocktail und leckeren Frühlingsrollen wieder zu Kräften kommen.

Wat Po, Bangkok

Heute steht Bangkok auf dem Programm, die Fahrt vom Hafen dauert 2 Stunden und wir besuchen zuerst den Tempel Wat Po, wo sich unter anderem auch der liegende goldene Buddha mit einer Länge von 46 Metern und einer Höhe von 15 Metern befindet. Auf der gesamten Anlage befinden sich diverse Tempel mit unzähligen Buddhas, die wir staunend bewundern. Fußläufig entfernt liegt der Chao Phraya Fluss, wo wir für umgerechnet 2 EUR die Fähre nach Wat Arun nehmen.

Wat Arun, Bangkok

Wat Arun, Bangkok

Wat Arun bedeutet übersetzt „Tempel der Morgenröte“  und ist ein Mosaik aus tausenden bunten asiatischen Porzellan- und Glasstücken sowie Muscheln. Auf sehr steilen Treppen erklimmen wir den Tempel und werden mit einem Blick über den Fluss auf die Stadt belohnt. Mit dem Taxi fahren wir unfallfrei – kaum zu glauben – denn wir können keine Verkehrsregeln erkennen, zu unserem Treffpunkt inmitten der City. Uns bleibt noch etwas Zeit und so besuchen wir zu Fuß ein nahegelegene Mall, leider deuten wir die Regenwolken nicht richtig und werden von einem heftigen Schauer überrascht, der uns komplett durchnäßt und die Straßen völlig unter Wasser setzt. Bangkok ist auf jeden Fall ein Erlebnis und ein Tag ist viel zu kurz für die vielen Attraktionen.

Singapur

Singapur

Unsere Kreuzfahrt endet in Singapur, wo wir noch 2 Nächte im Mandarin Oriental gebucht haben. Das Hotel liegt sehr zentral an der Marina Bay Sands und hat einen fantastischen Außenpool mit Blick auf die gesamte Skyline. Zu Fuß können wir das Hotel Singapore Flyer mit einer grossen Mall erreichen und fahren mit dem Aufzug im ersten Tower auf das Dach des Hotels, wo sich ein großer Pool und ein Restaurant befindet. Die Aussicht ist unbeschreiblich, unser Schiff sieht von hier wie ein Spielzeug aus. Vor dem Hotel ist die Haltestelle für die Hop-on Busse und wir machen ein komplette Route zu allen Sehenswürdigkeiten. Am bekannten Raffles Hotel – welches 1887 im Kolonialstil erbaut wurde – steigen wir aus und fühlen uns in alte Zeiten zurückversetzt. Zufällig treffen wir Bekannte von der Kreuzfahrt und trinken in der Hotelbar einen Singapore Sling. Den Abend lassen wir an in unserem Hotel an der Pool Bar ausklingen, wo wir in der warmen Luft noch ein günstiges Abendessen mit leckeren Sandwiches genießen vor uns das Lichtermeer der Stadt.

Am nächsten Morgen geht es mit dem Taxi noch zu den Gardens by the bay, ein riesiges Areal mit wunderschönen Pflanzen und zwei Glashäusern mit verschiedenen Themen, wir entscheiden uns für den Cloud Forest und sind plötzlich mitten im Regenwald. Ein Vormittag der Entspannung, denn am Abend geht es dann wieder Richtung Heimat.

Ein Reise auf den Kontinent Asien mit vielfältigen Eindrücken, kulturellen und modernen Erlebnissen, Einblicken in andere Lebensformen und vieles mehr. Nach der Reise habe ich gesagt, es war schön und interessant, müßte ich aber nicht nochmal sehen. Jetzt, wo ich alles zu Papier gebracht habe, musste ich jedoch feststellen, dass dieser Urlaub unglaublich interessant und einmalig war, eine Wiederholung nicht mehr ausgeschlossen .

 

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